Studienarbeit aus dem Jahr 2024 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Sonstiges, Note: 11, Philipps-Universitat Marburg (Germanistik und Kunstwissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Musik und Film, beziehungsweise Video, sind seit jeher eng miteinander verwoben. Diese homogene Einheit lasst sich effektiv bei rhythmischen Bildern, besonders Musikvideos, herauskristallisieren. Musikvideos sind vor allem seit den 1980ern ein etablierter und popularer Teil der Videoindustrie. Mit der wachsenden Popularitat des Musiksenders MTV kam das Medium nach einer langwierigen Genese zu seinem Kulminationspunkt. Seit der Etablierung von neuen medialen Formen, wie beispielsweise Youtube, ist das Musikvideo einem weiteren, fundamentalen Wandel ausgesetzt. Man kann die Gattung des Musikvideos nur schwer verallgemeinern und auf einfache Strukturen herunterbrechen. Ton-begleitende visuelle Darstellungen sind so kontrar wie sie ahnlich sein konnen. Eine Komponente, die zum Beispiel stark variieren kann, ist die Art der Montage. Haufig werden Musikvideos im Schnitt an das akustische Werk angepasst, das Visuelle dient dabei teilweise nur dazu, die klanglichen Elemente zu verstarken. Doch es lasst sich auch ein weiteres, kontrares Phanomen in dem immensen Spektrum der rhythmischen Bilder finden; Musikvideos, die (scheinbar) ungeschnitten sind. Sogenannte Plansequenzen sind vorerst im klassischen Film zu finden. Groen wie David W. Griffith, Sergej Eisenstein oder Andre Bazin sind im Zusammenhang mit Montage zu nennen. Sie beschaftigten sich unter anderem mit der Frage nach dem Gebrauch, und damit zusammenhangend auch dem Nichtgebrauch, von Schnitten und der damit verbundenen Wirkung. Das ist auch das Ziel dieser Hausarbeit. Angewendet auf den Kontext der visuellen Gestaltung des Auditiven soll die Frage gestellt werden, welche Substanz und welchen Effekt ein ungeschnittenes Musikvideo hat. Um diese Leitfrage zu beantworten, wird im ersten Kapitel eine thematische Einfuhrung geboten, die sowohl versucht das Wesen eines Musikvideos zu entschlusseln als auch eine definitorische Annaherung an die ungeschnittene Einstellung konstruiert. Im Hauptteil werden dann drei verschiedene, visuelle Beispiele auf ihren Typus, ihre Funktion und die Wirkung analysiert. Einmal das Musikvideo zu Wannabe (1996) von den Spice Girls, als zweites What was i made for? (2023) von Billie Eilish und zuletzt Sugar Water (1997) von Cibo Matto. [ ...]