Mert Kilic untersucht umfassend die Regulierung des algorithmischen Handels. Er analysiert Ursprung, Zielrichtung und Systematik der geltenden Vorschriften unter der zentralen Leitfrage, ob diese praxistauglich und rechtlich hinreichend bestimmt sind. Ausgehend von der Entstehungsgeschichte des algorithmischen Handels werden gesetzgeberische Motive und die rechtspolitische Legitimation der Regulierung erörtert. Der Autor bestimmt die Rechtsnatur der Vorschriften und beleuchtet, wie der Begriff des algorithmischen Handels rechtlich gefasst ist. Dabei wird geprüft, ob die geltende Definition Handelsformen via Broker, OTC-Handel oder manuell initiierte Orders erfasst und wie der algorithmische Handel vom spezielleren Hochfrequenzhandel abzugrenzen ist. Im Rahmen der Analyse der bestehenden Pflichten algorithmisch handelnder Unternehmen werden zudem Umgehungsmöglichkeiten, Vollzugsdefizite und zukünftige Entwicklungen herausgearbeitet. Auch werden die aufsichts- und zivilrechtlichen Folgen von Regelverstößen dargestellt, insbesondere Fragen der Haftung bei Schadensfällen oder Systemstörungen. Der Autor zieht zudem einen Rechtsvergleich zur US-Regulierung, um Unterschiede und mögliche Reformimpulse für die Regulierung in Deutschland aufzuzeigen. Abschließend erfolgt eine kritische Bewertung der aktuellen Gesetzeslage mit dem Ergebnis, dass für den algorithmischen Handel nur in ganz engen Grenzen Regulierungsbedarf besteht und die bestehenden Regelungen teils zu unbestimmt, technisch zu aufwändig sowie schlussendlich praktisch untauglich sind.