Mathias Sånglöf vergleicht auf lexikalischer, grammatikalischer und konzeptueller Ebene wie der Geist Gottes in den paulinischen und johanneischen Texten vorkommt und stellt folgende Fragen: Was sind die gemeinsamen Merkmale, die mit dem Geist verbunden sind? Worin besteht hingegen das eigenständige Profil des jeweiligen Korpus? Kann uns ein Korpus helfen, das jeweils andere besser zu verstehen? Der Autor geht diesen Fragen nach, indem er zunächst Ähnlichkeiten und Unterschiede auf lexikalischer und grammatikalischer Ebene skizziert und dann wichtige Ideen identifiziert, die mit dem Geist verbunden sind. So zeigt sich, dass sowohl Paulus als auch Johannes den Geist in einer heilsgeschichtlichen Perspektive mit Gott, Jesus und den Gläubigen verbinden. Konzeptionell leiten zwei Themen die Analyse: Christus und das Kommen des Geistes sowie das verwandelnde Wirken des Geistes in den Gläubigen. In beiden Korpora wurzelt das Kommen des Geistes in Christi Tod und Auferstehung. Der Geist ermöglicht es den Gläubigen auch, Kinder Gottes zu werden - bei Paulus als Adoption" , bei Johannes als Geburt" dargestellt - zwei Modelle, die dieselbe Verwandlung zum Ausdruck bringen. Weitere Parallelen betreffen die moralische Erneuerung und die Erkenntnis Gottes, auch wenn jedes Korpus diese Ideen mit unterschiedlichen Bildern entwickelt. Nebeneinander gestellt, offenbaren diese Texte wesentliche Gemeinsamkeiten und schärfen gleichzeitig das unterschiedliche Profil jedes Korpus. Mathias Sånglöf verdeutlicht so, wie Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Paulus und Johannes die Interpretation beider bereichern.