Rom, im Fruhling des Jahres 88 vor Christus. Ein Mann steht vor den Toren der Stadt mit sechs Legionen im Rucken. Hinter ihm liegen die Schlachtfelder Numidiens und Kleinasiens; vor ihm liegt das Pomerium, die heilige Linie, die seit der Grundung Roms kein Soldat in Waffen uberschreiten darf. Jeder Centurio wei es. Jeder Senator wei es. Sulla wei es. Und Sulla geht weiter. Was an diesem Morgen geschieht, hat in vierhundert Jahren niemand gewagt. Was danach geschieht, wird Rom verandern bis zum letzten Atemzug der Republik: ein Marsch durch leere Gassen, ein Volkstribun, der die Wahrheit ausspricht und dafur stirbt, dreiunddrei ig blutige Sandalenabdrucke auf den wei en Marmorstufen des Senats und ein Diktator, der sich Felix nennt, der Gluckliche, wahrend sein Gesicht von innen verfault. Warum dieses Buch jetzt? Republiken sterben nicht an einem Tag und nicht durch einen einzelnen bosen Mann. Sie sterben in einem schleichenden Prozess, in dem heilige Grenzen, die seit Generationen niemand zu uberschreiten gewagt hat, plotzlich uberschritten werden und niemand stoppt den Mann, der zuerst hindurchgeht. Beim zweiten Mal ist es schon eine Moglichkeit. Beim dritten Mal eine Gewohnheit. Beim vierten Mal die neue Normalitat. Sulla war der Erste, der hindurchging. Vierhundert Jahre Tradition zerbrachen an einem einzigen Morgen, weil ein einzelner Mann die richtige Mischung aus Eitelkeit, Verbitterung, militarischem Erfolg und kalter Intelligenz besa . Wer in unserer Gegenwart aufmerksam zuschaut, wie westliche Republiken mit ihren eigenen heiligen Linien umgehen, findet in Sulla einen unheimlichen Spiegel. Alexander Mark erzahlt den Aufstieg des ersten Diktators in einer Sprache, die jede Hollywood-Dramatik verweigert und stattdessen drei Stimmen ineinanderwebt: die des Diktators selbst, die des griechischen Schauspielers Metrobius, der ihn ein Leben lang liebt, und eine dritte Stimme, die aus den Steinen Roms spricht und alles wei , was die offizielle Geschichtsschreibung verschweigt. Aus diesen drei Perspektiven entsteht ein Portrat, das weder Verteufelung noch Verklarung zulasst sondern die seltene Erfahrung, einen historischen Charakter wirklich verstanden zu haben. Sulla Felix ist der erste Band eines auf zwolf Romane angelegten Zyklus zur spaten Romischen Republik. Vier Bande erzahlen Sulla, vier Caesar, vier Augustus ein einziger erzahlerischer Bogen uber die hundert Jahre, in denen die gro te Republik der antiken Welt gestorben ist. Drei Manner. Drei Bewegungen. Ein Satz, der den ganzen Zyklus zusammenfasst:Sulla bricht das Tabu. Caesar nutzt es. Augustus institutionalisiert, was Caesar begonnen hat.